Meine Zeit im „Dienstleistungsbereich Musik“ begann, als der Begriff „Playback“ hierzulande noch nicht existierte. In den goldenen Zeiten der Wohnzimmerkonzerte mussten die Instrumente farblich zum Wohnzimmerschrank passen, sonst hing mit großer Wahrscheinlichkeit der Haussegen gewaltig schief. Erste erschwingliche Orgeln waren im Idealfall bereits mit einem sogenannten „Rhythmusgerät“ ausgestattet. Den „Rest“ der Musik musste der Spieler in Echtzeit beisteuern, und als solcher begann ich mit etwa 16 Jahren, die Gäste eines kleinen Cafés in meinem damaligen Heimatort zu unterhalten.
Von meinem Platz hinter dieser Orgel wurde ich kurz vor meinem 18. Geburtstag für die Mitwirkung in einem Trio angefragt. Das – wie man es heute nennen würde – Casting fand an einem Nachmittag statt und führte nach rund einer Stunde per Handschlag zu meinem Engagement. Vorbereitende Proben waren nicht vorgesehen. Die Einarbeitung in das Programm der Band erfolgte während der regelmäßig öffentlichen Veranstaltungen an drei Wochentagen, für die das Engagement des Trios bestand. Da ich – neben Gitarre und Schlagzeug – für die Orgel und den (Fuß-)Bass verantwortlich war, könnte man den einzuarbeitenden Teil der Combo durchaus mit rund 50 % bewerten. So durchlebte ich in den ersten Wochen wohl eines der härtesten „Trainingslager für’s Durchmogeln“.
Allerdings wurde ich sehr wohlwollend von den Kollegen unterstützt, die auf jahrzehntelange Erfahrung zurückblicken konnten.


Meine Mitwirkung in dem Trio endete mit der Einberufung zur Bundeswehr. Auch dort wurde ich nach der Grundausbildung außerplanmäßig heimatfern versetzt, um Mitglied einer Bataillonsband zu werden. Nach zwei ereignis- und auftrittsreichen Jahren endete meine Dienstzeit.
Von diesem Zeitpunkt an spielte und sang ich in zahlreichen Bands, die zum Teil unter meiner Mitwirkung gegründet wurden.
Über die Jahrzehnte hat sich die Art, wie Musik auf Veranstaltungen dargeboten und konsumiert wird, erheblich verändert. Ein Alleinunterhalter klingt heute bei Bedarf wie eine 60-köpfige Bigband, so manches Vollplayback wird im besten Fall zumindest mit einer guten Show als Live-Band verkauft. Formationen, die tatsächlich noch eine hundertprozentige Live-Performance bieten, sind rar geworden. Was natürlich in vielen Fällen am knappen Budget liegt. Mehr und mehr Veranstaltungen werden inzwischen konsequenterweise direkt von einem DJ beschallt.
Ich habe nahezu alle diese Stationen der technischen Entwicklung auf irgendeine Art miterlebt sowie teils selbst mitgestaltet. Nun freue ich mich, praktisch im „Circle of Life“ der Musik wieder dort angekommen zu sein, wo ich begonnen habe.
Das ist Live-Musik ohne Netz und doppelten Boden, sogar ohne Rhythmusgerät!

Ich freue mich auf jede Begegnung in diesem Rahmen.
Herzlichst,
Ihr/Euer
